SC Riessersee vs. EHC Klostersee 5:4 nach Verlängerung (0:0, 0:2, 4:2, 1:0)

Der EHC Klostersee hat in der gemeinsamen Verzahnungsrunde von Bayernliga und Oberliga Süd nach dem 9:2-Heimcoup über die Löwen Waldkraiburg auch dem zweiten Oberligisten im Zehnerfeld mächtig zugesetzt. Vollauf verdient war der Teilerfolg der Grafinger am Freitagabend im Garmischer Olympiaeisstadion gegen den SC Riessersee beim 4:5 nach Verlängerung. In zwei „rundum perfekten Spieldritteln“, wie Trainer Dominik Quinlan im Anschluss festhielt, hatten die Rot-Weißen den großen Favoriten der Spielrunde sogar an den Rand einer Niederlage gedrängt. Zu Beginn des Schlussdrittels hatten die EHCler, die zur zweiten Pause nicht unverdient mit 2:0 vorne lagen, kurzzeitig die Ordnung verloren und durch zwei Unterzahltore den Ausgleich kassiert. Zu schnell, um gegen danach stark aufkommende Gastgeber weiter auf einen Dreier zu spekulieren. Nach nochmaliger Führung war man einen Tick zu euphorisch – und kassierte nur 18 Sekunden später den erneuten Gleichstand. Nehmerqualitäten und eine Riesenmoral wurden der Mannschaft um Kapitän Bernd Rische abverlangt, als man knapp drei Minuten vor Ende der regulären Spielzeit erstmals im Hintertreffen lag. Das volle Risiko, als in Überzahl der überragend haltende Dominik Gräubig für einen weiteren Angreifer vom Eis genommen wurde, zahlte sich aus. 50 Sekunden vor der Sirene war das 4:4 perfekt.
Danach wurde es kurios. Die Verlängerung dauerte nämlich nicht fünf Minuten (mit Drei gegen Drei), sondern wurde auf Weisung des Hauptschiedsrichters zehn Minuten und mit Vier gegen Vier gespielt – wie laut Durchführungsbestimmungen in den Playoffs und eigentlich nicht in der Verzahnung vorgesehen. Der Siegtreffer für Riessersee fiel zwei Sekunden vor Ende der Overtime – nach neun Minuten und 58 Sekunden, als die EHCler einfach schon „auf Reserve fuhren“. Ob der Irrtum des Referees ein Nachspiel haben wird, muss nun der Verband entscheiden. An der herausragenden Vorstellung der Klosterseer im ersten Pflichtspiel gegen den SCR nach der Playoff-Serie um die Deutsche Oberliga-Meisterschaft im Frühjahr 2011 ändert das nichts.

SC Riessersee: Daniel Fießinger (Daniel Allavena); Emil Quaas, Christian Hummer, Hagen Kaisler, Silvan Heiß, Philipp Wachter, Thomas Radu, Gabriel Federolf; Florian Vollmer, Martin Naenfeldt, Victor Östling, Jakob Mayenschein, Florian Imminger, Anton Radu, Leon Müller, Mike Glemser, Moritz Miguez.

EHC Klostersee: Dominik Gräubig (Lisa Hemmerle); Bernd Rische, Nicolai Quinlan, Marinus Kritzenberger, Maximilian Merz, Felix Kaller, Sebastian Sterr, Maximilian Pröls; Gennaro Hördt, Philipp Quinlan, Raphael Kaefer, Andreas Persson, Bob Wren, Matthias Baumhackl, Jens Glombitza, Thomas Hummer, Veit Wieczorek.

Torfolge: 0:1 (24:44) Bob Wren (Maximilian Merz, Matthias Baumhackl – 5:4); 0:2 (38:01) Jens Glombitza (Marinus Kritzenberger, Maximilian Merz); 1:2 (40:51) Victor Östling (Emil Quaas, Florian Vollmer – 5:4); 2:2 (42:09) Philipp Wachter (Mike Glemser, Silvan Heiß – 5:4); 2:3 (50:05) Bob Wren (Andreas Persson, Marinus Kritzenberger – 5:4); 3:3 (50:23) Leon Müller (Christian Hummer); 4:3 (57:04) Philipp Wachter (Christian Hummer); 4:4 (59:10) Gennaro Hördt (Bob Wren – 6:4); 5:4 (69:58) Philipp Wachter (Florian Vollmer, Jakob Mayenschein).

Strafminuten: SC Riessersee 16; EHC Klostersee 14.

Hauptschiedsrichter: Dominik Merath.
Zuschauer: 1.011.