EHC Klostersee erhält drei Sterne für die Nachwuchsarbeit 2018/19

Mehr sei unter den aktuellen Umständen nicht möglich, ohne viel Geld in die Hand zu nehmen, das eben nicht zur Verfügung stehe. Mehr, das würde gemünzt auf die Nachwuchsarbeit beim EHC Klostersee und die Zertifizierung dafür durch den Deutschen Eishockeybund (DEB) heißen: Vier oder sogar das Optimum von fünf Sternen, das – ganz nebenbei gesagt – nur eine Handvoll Klubs bundesweit und nicht einmal alle DEL- geschweige denn DEL2-Standorte erfüllen.

Drei Sterne hat Nachwuchsleiter Martin Sauter mit seinem Team für den Talentschuppen der Grafinger Rot-Weißen für die vergangene Saison angepeilt und sozusagen aus dem Stand auch erreicht. Voller Stolz hob er das Engagement und den unermüdlichen Einsatz aller Coaches, Übungsleiter und weiteren Helfer heraus.

Das offizielle Schreiben von DEB-Cheftrainer Talent- und Vereinsbetreuung, Ernst Höfner, in Händen dankte er allen, die ihren Teil dazu beigetragen haben: „Gewissermaßen aus dem Nichts drei Sterne zu erreichen ist mit unseren Möglichkeiten schon eine tolle Sache. Insbesondere auch der organisatorische Aufwand ist absolut eine Herausforderung, weil wir halt nicht zig Angestellte haben, die regelmäßig Dokumente pflegen und alles dokumentieren.“

Welch „Ausnahmeleistung“ die Nachwuchsabteilung aus der Bärenstadt damit hingelegt hat, dokumentiert unter anderem folgende Tatsache: Die Klosterseer mit eingeschlossen erhielten unterhalb der drei höchsten Spielklassen nur acht Vereine eine Zertifizierung vom DEB im Rahmen des Fünf-Sterne-Programms, also zumindest einen Stern.

Um einen Stern verliehen zu bekommen, mussten in der jeweiligen Kategorie zumindest 80 Prozent des Kriterienkatalogs erfüllt werden. Der EHC Klostersee lag in den Sparten „Start“ (umfasst Rekrutierung, Anfänger U7, U9 und U11) und „Umfeld“ (unter anderem Umfang von Eiszeiten, Kraftraum, Trainer, Leihausrüstungen, Videoschulungen) locker über den Mindestvorgaben und erreichte im „Bereich U13 und U15“ mit 97 Prozent sogar fast die komplette Punkteanzahl. Die Sterne für die beiden weiteren Kategorien „Leistung U17“ und „Bereich U20“ sieht Sauter aktuell, wie bereits eingangs erwähnt, allein wegen dafür fehlender Finanzmittel als nicht machbar an.

Apropos Geld: Einen monitären Vorteil bringen die drei Sterne dem EHC nicht, da er als Bayernligist und somit außerhalb der beteiligten DEB-Ligen (DEL2, Oberligen Süd und Nord) nicht am Geldfluss des früher als Reindl-Pool bekannten Ein- (nach getätigten Transfers) und Auszahlungssystems (nach Sternen) beteiligt ist. Auf diesem Verteilungsschlüssel umgerechnet, würde den Klosterseern eine Summe im Bereich von 30.000 Euro zustehen.

Nur für den Briefbogen betreibt man den Aufwand dennoch nicht. Mit der qualitativ hochwertigen Nachwuchsarbeit will man dauerhaft bessere Voraussetzungen schaffen, um möglichst viele Talente bei der Stange zu halten und ein Abwandern zu anderen Vereinen in diesem Altersbereich auf ein Minimum zu begrenzen. „Letztlich geht es eben darum, regelmäßig möglichst viele Spieler nach oben in die erste Mannschaft zu bringen und nicht überwiegend bessere Hobbyspieler auszubilden“, sagt Sauter, der seit dem letzten Jahr die EHC-Sparte Eishockeynachwuchs leitet.

Längst steckt man beim EHC Klostersee mitten in den Planungen für die nächste Saison. „Ab sofort geht´s wieder bei null los und darum, die Kriterienkataloge auch weiterhin zu erfüllen, damit wir die drei Sterne halten“, betonte Sauter. Die in den letzten Wochen und Monaten geleistete Basisarbeit mit der Ausarbeitung und Dokumentation etwa von detaillierten Trainingsplänen sowie Online-Archivierung mit Zugriffsmöglichkeit zu jeder Zeit sei dabei natürlich ein wertvoller Grundstein. „Es geht personenunabhängig um die Philosophie und Strukturen im Verein. Wenn etwa einer ausscheidet, ist dessen Wissen und Knowhow nicht verloren.“

Viele Dinge habe man bereits um ein Level angehoben, so Sauter. Das zu festigen sei nun angesagt, und dazu wolle man weiter daran arbeiten, „in den Teams die starke Mitte breiter aufzustellen“. Was den Effekt der erstmals erreichten drei Sterne betrifft, denkt der EHC-Nachwuchsleiter zumindest mittelfristig: „Die Auswirkungen der seit der vergangenen Saison angepackten Dinge sind sicher nicht schon jetzt zu spüren oder zu messen. Über etwa drei Jahre gesehen aber wird das dann schon anders aussehen.“ Sehr ehrgeizig und ambitioniert geht´s damit weiter bei der Ausbildung und Förderung der EHC-Talente.