EHF Passau Black Hawks – EHC Klostersee 4:5 (2:1, 0:2, 2:2)

Dicke Überraschung oder besser gesagt: Sensationeller Auswärtssieg des EHC Klostersee beim bis dahin verlustpunktfreien Tabellenführer der Verzahnungsrunde. Mit dem 5:4-Erfolg an diesem Freitagabend beschmutzten die Grafinger erstmals die blütenweise Weste der niederbayerischen Gastgeber. Umso höher ist die Leistung der Rot-Weißen zu bewerten, fehlten wegen Verletzung oder krank doch nicht weniger als zehn (richtig: ZEHN) gestandene Kräfte und dazu Headcoach Dominik Quinlan, der sich daheim um seine ebenfalls erkrankte Frau samt zwei Kinder kümmerte und vor dem Laptop auf Sprade-TV mitfieberte. „Absolut super gemacht“, schickte der Cheftrainer nach dem unglaublichen Coup Glückwünsche an seinen Co-Trainer Helmut Gleixner und die mit sechs U20-Spielern (deren zeitgleich angesetzte Partie musste dafür kurzfristig verlegt werden) auf Antrittsstärke aufgepäppelte Mannschaft. „Garant war heute, dass sich alle hundertprozentig an den Spielplan gehalten und das auf kompakte Defensive ausgerichtete System nach dem Rückstand und spätem Ausgleich nicht aus den Augen verloren haben“, fasste der Quinlan-Vertreter an der Bande die außergewöhnliche Vorstellung zusammen.

Das erste Ausrufezeichen setzten die EHCler nach bereits 29 Sekunden. Als die Black Hawks die Sache in der neunten Minute mit zwei Toren innerhalb von 14 Sekunden drehten, schien alles in gewohnte Bahnen zu laufen. Doch die Klosterseer stemmten sich dagegen, standen in der Gefahrenzone vor Torhüter Rudi Schmidt sehr dicht – und setzten im zweiten Abschnitt die nächsten Nadelstiche. Durch die zwei Treffer in der 25. Minute in Überzahl und vier Minuten später lag man zur nächsten Pause wieder in Führung. Mit dem 4:2 in der Anfangsphase des Schlussdrittels setzten die Grafinger noch eins drauf. Auch durch die ein oder andere Strafzeit zuviel schwanden die Kräfte. Trotz allen Einsatzes und Kampfes kamen die Habichte noch einmal auf 4:4 heran (53./55.). Doch die Klosterseer wollten nun mehr als nur ein „ersatzgeschwächt achtbares Resultat“. Die Moral war intakt, der Mut wurde belohnt – mit dem Siegtreffer genau drei Minuten vor der Sirene.
Am Sonntag im bestimmt heiß umkämpften Heim-Derby gegen die Erding Gladiators (Spielbeginn 17.30 Uhr) will das Team um Kapitän Bernd Rische, der in Passau nach fast vier Monaten Verletzungspause sein Comeback gegeben hatte, nun nachlegen. Vor einer hoffentlich würdigen Kulisse, die sich die EHC-Truppe absolut verdient hat.

EHF Passau Black Hawks: Clemens Ritschel (Andreas Resch); Marius Wiederer, Martin Paryzek, Patrick Geiger, Arthur Platanow, Lukas Stettmer, Mathias Pilz, Florian Lehner; Petr Sulcik, Alexander Janzen, Dominik Schindlbeck, Ales Kreuzer, Patrik Dzemla, Tobias Feilmeier, Benedikt Böhm, Florian Fischer, Robin Deuschl, Michael Franz.

EHC Klostersee: Rudi Schmidt (Carsten Aurich); Nicolai Quinlan, Bernd Rische, Marinus Kritzenberger, Felix Kaller, Korbinian Danzer, Korbinian Eberwein; Maximilian Merz, Philipp Quinlan, Simon Roeder, Vitus Gleixner, Jens Glombitza, Felix Lohmaier, Quirin Bacher, Cedric Eibl, David Meyrl.

Torfolge: 0:1 (0:29) Simon Roeder (Bernd Rische); 1:1 (8:18) Florian Fischer (Tobias Feilmeier, Lukas Stettmer); 2:1 (8:32) Dominik Schindlbeck (Martin Paryzek, Petr Sulcik); 2:2 (24:12) Maximilian Merz (Philipp Quinlan, Simon Roeder); 2:3 (28:29) Simon Roeder (Philipp Quinlan, Vitus Gleixner); 2:4 (42:24) Cedric Eibl (Quirin Bacher); 3:4 (52:55) Alexander Janzen (Marius Wiederer, Tobias Feilmeier); 4:4 (54:48) Alexander Janzen (Marius Wiederer, Martin Paryzek); 4:5 (57:00) Felix Kaller (Jens Glombitza).

Strafminuten: EHF Passau Black Hawks 8; EHC Klostersee 18.

Hauptschiedsrichter: Martin Grech.
Zuschauer: 1.019