Gesundheitssituation für Sportler durch die aktuelle Coronavirus-Pandemie

Als EHC Klostersee sind wir als Eishockey-Ausbildungsverein und Bayernliga-Teilnehmer zu jedem Zeitpunkt der Pandemie bemüht, alle Mitglieder des Vereins sicher durch die Pandemie zu begleiten und zu führen.

Im Folgenden stelle ich Ihnen ein Konzept zum individuellen Verhalten in der Coronavirus-Pandemie vor:

1. Die globale Gesundheitssituation
Die Nachverfolgung der Krankheitsverläufe zeigt international, dass das Virus SARS-CoV-2 und die daraus resultierende Krankheit COVID-19 oft nur schwierig durchgeführt werden kann. Das Virus ist sehr leicht über infizierte Personen mit und ohne offensichtliche Symptome leicht übertragbar. COVID-19 kann damit auch durch gesund erscheinende Infizierte übertragen werden. Unsere Aufgabe ist es, Empfehlungen zur Verhinderung der Ausbreitung von Neuinfektionen durchzuführen. Wir werden deswegen in Kürze, speziell für den Eishockeysport, eine Liste mit Übergangsregelungen vorstellen. Diesen Leitlinien muss dann entsprechend gefolgt werden, um zum aktuellen Zeitpunkt eine möglichst hohe Sicherheit zu besitzen. Bereits einfache Maßnahmen können ausreichend wirksam sein, um die Ausbreitung des Virus zu begrenzen.

2. Grundregeln, um sicher zu bleiben
– Waschen Sie Ihre Hände häufig und mindestens 30 Sekunden lang mit Seife
und heißem Wasser
– Berühren Sie Ihr Gesicht nicht mit den Händen
– Halten Sie möglichst einen Abstand von mindestens 2 Metern zu anderen
Personen ein
– Gehen Sie nicht zu Massenversammlungen

3. Grundregeln für diejenigen, die infiziert sind oder sich nicht wohlfühlen
Typische Symptome sind Fieber, trockener Husten, Geruchs- wie Geschmacksstörungen, Bindehautentzündungen, leichter Durchfall, aber auch Müdigkeit und Kurzatmigkeit können verspürt werden. Sie sollten zu Hause in Selbstquarantäne bleiben und mit Ihrem Arzt kommunizieren. Vermeiden sie sportliche Betätigungen in der Gruppe. Kommen Sie Ihrem Partner, Ihren Familienmitgliedern oder anderen Personen nicht zu nahe und halten so weit wie möglich den Mindestabstand ein. Essen Sie getrennt oder benutzen Sie eine separate Toilette. Waschen Sie Ihre Hände regelmäßig mit Seife. Wenden Sie sich nur telefonisch an Ihren Arzt oder andere Personen. Erst wenn Ihr Arzt die Erlaubnis erteilt hat, können Sie wieder zu Ihrer normalen Routine zurückkehren.

4. Im Folgenden finden Sie allgemeine Empfehlungen
Jede Person sollte die gleichen Präventivmaßnahmen wie gegen die Übertragung der Virusgrippe ergreifen, da COVID-19 der klassischen Verbreitung über Atemtröpfchen folgt und das Virus auf kontaminierten Oberflächen bis zu einigen Tagen überleben kann. Die Hände sollten regelmäßig mit Wasser und Seife gewaschen werden (30 Sekunden) und nach dem Trocknen mit einem alkoholischen Desinfektionsmittel desinfiziert werden. Das Essen sollte nicht in Form eines Büffets serviert werden. Die Räume sollten regelmäßig gelüftet werden. Einige Mannschaften könnten sich noch in Trainingslagern befinden, die auch eine Form von Quarantäne darstellen können. In diesem Fall sind die tägliche Reinigung aller Einrichtungen und die Aufrechterhaltung der Hygiene obligatorisch. Oberflächen, Waschräume, Toiletten und Türgriffe sollten täglich desinfiziert werden. Es sollte ein Wäschedienst zur Verfügung stehen. Soweit Reisen unbedingt notwendig sind, kann das Risiko während einer Reise im öffentlichen Verkehrsmittel durch das Tragen geeigneter Mundschutzmasken und Brillen gesenkt werden. Persönliche Behälter mit alkoholischen Händedesinfektionsmitteln sollten bei Reisen mitgeführt und regelmäßig verwendet werden. Eine abwechslungsreiche, vitaminreiche mit ausreichend Gemüse und Obst hilft Infektionen vorzubeugen und Symptome durch Verbesserung der Immunität zu verringern. Vitamin C-haltiges Obst, wie Orangen oder Grapefruits, sind besonders hilfreich. Ebenso wichtig ist es, genügend zu trinken und die Schleimhäute feucht zu halten. Bei Kälte ist die Abwehrfunktion der Schleimhäute besonders gestört, dementsprechend sollten die Atemwege möglich warm gehalten werden.

5. Nutzung von Sportanlagen und Training in Teams in der aktuellen Pandemiesituation
Viele Trainingszentren sind bereits geschlossen worden. Die Nutzung von Sporteinrichtungen, insbesondere der Umkleideräume, Duschen und Trainingsanlagen sollten im Rahmen der behördlichen Vorgaben möglichst streng beschränkt oder kontrolliert werden. Einzelsportarten sind generell möglich, wobei auf den Mindestabstand zu anderen Sportlern zu achten ist. Mannschaftskontakt- und Kampfsportarten sind aktuell nicht möglich. Es wird empfohlen zuhause ein Ergometer- und Krafttraining durchzuführen oder in der freien Natur zu trainieren. Den Sport in einer kontrollierten Selbstquarantäne (Trainingslagersituation) oder in kleinen Gruppen bis maximal 5 Sportler/-innen im nichtöffentlichen Raum zu trainieren, kann ebenso möglich sein, soweit dies mit den behördlichen Anordnungen vereinbar ist. Beim Training im Freien hat 1 Person ein geringes Risiko sich anzustecken. Das Risiko kann sekundär durch die Nähe zum Trainingspartner erhöht werden. Wenn möglich sollten sich Sportler zuhause und nicht in Gemeinschaftsräumen umziehen und duschen.

6. Wenn Sportler sich krank fühlen
Bei den oben genannten typischen Symptomen sollten Athleten eine Trainingspause einlegen, Ihren Sport- oder Hausarzt anrufen und deren Anweisungen befolgen. Das gilt auch für Begleitpersonen. Die Trainingsgruppe oder andere Kontakte sind zu informieren. Bei positiv getesteten oder symptomfreien Personen empfehlen wir, zunächst auf höhere und intensive körperliche Belastung zu verzichten. Kranke Athleten und Begleitpersonen sollten vom Rest der Mannschaft umgehend getrennt werden, sich selbst isolieren und Ihre Hände sorgfältig desinfizieren. Sie sollten zudem bei akuten Symptomen eine Gesichtsmaske tragen, aber darauf achten, dass die Maske korrekt verwendet wird. Die Trennung sollte 2-3 Tage mehr betragen als tatsächliche Anzeichen einer Infektion vorhanden sind. Über die Aufhebung muss vom behandelnden Arzt, entsprechend den behördlichen Auflagen, entschieden werden. Es ist wichtig, getrennte Toiletten für Erkrankte zu haben, um die Übertragung des Virus durch kontaminierte Oberflächen zu unterbinden.

7. Impfung
Aktuell gibt es keine Impfung gegen das Coronavirus SARS-CoV-2. Allgemein wird Leistungssportlern und Begleitpersonen die jährliche Impfung mit tetravalenten Grippeimpfstoffen gegen die virale Influenza empfohlen.

8. Wie kann ich eine Infektion mit SARS-CoV-2 vermeiden?
Fieber ist in den meisten Erkältungen und Infektionen der Atemwege ungewöhnlich, ist aber bei COVID-19 und der Grippe allgegenwärtig. Die Wahrscheinlichkeit eine Infektion mit SARS-CoV-2 ist in Regionen, in denen Infektionen weit verbreitet sind (Gemeindeinfektionsrisikogebiet) sehr hoch.
In der jetzigen Situation gilt bei Reisen in potentiell infektiöse Gebiete ein allgemeines Vorsichtsgebot. Die meisten Infektionsverläufe mit dem Coronavirus sind mild, aber es können schwerwiegende Komplikationen auftreten, insbesondere bei älteren oder immungeschwächten Menschen. Eine Infektion mit SARS-CoV-2 sollte vom Arzt als mögliche Ursache bei einer akuten Atemwegserkrankung angesehen werden. Athleten und ihr Umfeld, die Kontakt zu einer infizierten Person hatten, selbst erkrankt oder in Risikoregionen gereist sind, sollten in einem öffentlichen Gesundheitsamt, in dem auch SARS-CoV-2 / COVID-19 getestet werden kann, ärztlichen Rat einholen. Bei solchen Personen kann eine 14-tägige Quarantäne erforderlich sein. Es ist aber wichtig, den Empfehlungen der örtlichen Gesundheitsbehörde oder der WHO bezüglich weiterer Tests oder Isolierung zu beachten. Die Übertragungszeit scheint 1-14 Tage (Median 2-7 Tage) zu betragen. In dieser Zeit kann eine infizierte Person das Virus auf andere übertragen, auch wenn keine klinischen Anzeichen einer Infektion vorliegen. Die Testung kann anfangs negativ sein. Bei klinischem Verlauf sollte ein Wiederholungstest nach 3-4 Tagen erfolgen, bevor eine Isolation aufgehoben und somit das Umfeld kontaminiert wird.

Dr. med. E. Remiger
Vorstandschaft EHC Klostersee