Manchen kam die Zeit wie eine halbe Ewigkeit vor, die Erinnerung an die leidenschaftlichen Kämpfe unserer Rot-Weißen mit einer einzigartigen Sieges-Serie im Bayerischen Oberhaus ist in unserer schnelllebigen Zeit fast schon aus dem Sinn. „Wir müssen uns vor allem unsere Stärken schnell wieder besinnen und alles so umsetzen wie in den ersten fünf Saison-Wochen“, betonte Trainer Dominik Quinlan, der am Dienstag mit allen dann bereits zur Verfügung stehenden Jungs aus der Truppe um Kapitän Bernd Rische in die Traininngs-Vorbereitung auf die Doppel-Aufgabe am Wochenende gegen die Peißenberg Miners (Freitag, 20 Uhr in der Scheune und Sonntag, 17.30 Uhr auswärts) einsteigen wird. „Wir werden auf jeden Fall eine Mannschaft stellen können. Wer noch nicht soweit ist, werden wir dann sehen.“

Neben dieser sportlichen Komponente beschäftigte die Verantwortlichen und die Klubführung beim EHC Klostersee natürlich auch die seit einigen Tagen auf „rot“ stehende Corona-Ampel. „Wir haben uns intern bereits sehr gut ausgetauscht, aber das ist noch nicht spruchreif für die Öffentlichkeit“, erklärte der zweite Vorstand Ferdinand Bacher dazu. Rechtzeitig vor dem Heimspiel an diesem Freitag werde man die Regeln kommunizieren, damit sich die Fans, Zuschauer und Besucher darauf einstellen können.

Bislang war das Eisstadion, da nicht geschlossen und somit quasi als „open air“ geltend ohne jegliche Einschränkung betretbar. Aus Bachers Worten ist also sicher zu entnehmen, dass künftig zu den Bayernliga-Spielen gewisse Regeln zu beachten sein werden. Was den Öffentlichen Lauf und Nachwuchs-Aktivitäten wie Training und Spiele betrifft, wurde bereits gehandelt. Für den Öffentlichen Lauf hat der EHC 3Gplus festgelegt; die Kabinen sind für das Umziehen ab sofort wieder gesperrt.

Was den Bayernliga-Spielbetrieb bei den Senioren betrifft gab es jüngst ein heftiges Hin und Her zwischen einigen Vereinen und dem Bayerischen Eissportverband (BEV). Da galt für die Aktiven bisher 3G – geimpft, genesen oder getestet –, auch bei einer Partie in einer Eishalle, in der auf den Tribünen bereits 2G festgelegt ist. BEV-Ligenleiter Frank Butz teilte den Vereinen also mit, dass künftig aufgrund der rasant steigenden Zahlen bei den Mannschaften 2G angewendet werden soll. Einzige Ausnahme, da dort das Arbeitsrecht greife und Eishockey nicht als „freizeitliche Beschäftigung“ zähle: Jeder Verein in der Bayernliga darf laut den gültigen Durchführungsbestimmungen einen Berufsspieler einsetzen. Für diesen jeweils einen Profi (und auch beim Verband als solchen gemeldet) pro Team gelte auch weiterhin der Status „getestet“.

Nach Widerspruch einiger Vereine musste BEV-Mann Butz die anzuwendende „Profiregelung“ ausweiten. Gültig ist die 3-G-Regelung neben Berufsspielern und Trainern in Vollzeit auch für die geringfügig beschäftigten Spieler, die diesen gleichgestellt sind.

Für Cheftrainer Quinlan ist das Ganze nicht einmal eine Nebenbaustelle: „Wir werden uns immer daranhalten, was gilt und einzuhalten ist. Denn wir sind doch froh, unseren Sport ausüben zu können.“ Für seine Rot-Weißen sei eine Regelung 2G oder 3G sowieso egal, da der eine Nichtgeimpfte aus der Mannschaft sich inzwischen hat impfen lassen und damit der gesamte Kader, welche Hürde auch immer, die Vorgaben – welche auch immer – erfüllt. Privat habe er natürlich eine Meinung dazu, schob Quinlan nach: „Ich finde die 2G-Regel gibt eine absolut trügerische Sicherheit. Wenn ich mir die vielen mir persönliche bekannten Geimpften vorstelle, die derzeit positiv sind oder waren und die teilweise auch mit Fieber und Bettruhe zu kämpfen hatten, zeigt das doch ganz klar, dass das allein kein Weg sein kann.“ Hätte er etwas zu sagen, würde er zusätzlich zu den zwei „G´s“ definitiv alle (auch geimpften) Spieler, so wie beim EHC routinemäßig durchgeführt, und auch Stadionbesucher regelmäßig testen. „Nur dann hätten wir eine gewisse Sicherheit in einer für niemanden schönen Zeit“.

Bleibt´s alle gsund und wir sehen uns in der Scheune.