Mehr Spannung, Dramatik, ebenso tolle Torraumszenen wie Torhüter-Paraden, Spieltempo (die Schlusssirene erklang unter zwei Stunden brutto!), Einsatz und Kampf geht kaum. Am Ende hatte der EHC Klostersee beim knappen 3:2 im Derby gegen die Waldkraiburger Löwen einen Tick mehr Glück auf seiner Seite. Wobei das Wort nach dem leidenschaftlichen Schlagabtausch und hart umkämpften Auf und Ab eigentlich fehl am Platz ist.
Das erste Drittel gehörte trotz zwei, dreier sehr gefährlicher Konter den Grafingern, die bereits nach knapp vier Minuten mit 1:0 in Führung gingen, aber trotz eines guten halben Dutzend bester Einschussmöglichkeiten nicht nachlegen konnten. Nach eher ausgeglichenem Start in den zweiten Abschnitt übernahmen die Gäste zur Drittelmitte bei einer und nach der doppelten Überzahl das Kommando. Philipp Hähl klärte mehrmals in höchster Not und hielt den knappen Vorsprung fest. Die letzten zwei Situationen im Spieldrittel gehörten freilich den Rot-Weißen. Einmal vergeben, einmal eiskalt zum 2:0 eingebombt – 36 Sekunden vor der Pause.
Vielleicht war sich die Mannschaft von Dominik Quinlan damit zu sicher. Es dauerte in den verbleibenden 20 Spielminuten jedenfalls nur knapp drei Minuten, dann hatten die EHCler die Führung aus der Hand gegeben. Innerhalb von 20 Sekunden waren die Löwen keinesfalls unverdient gleichgezogen. Keines der beiden Teams, die nach zuletzt ausgedünntem Kader fast (in der Truppe um Kapitän Bernd Rische fehlte vom Stamm Verteidiger Johannes Kroner, dessen Kahnbeinbruch inzwischen operiert wurde und für den die Saison vorzeitig zu Ende ist) beziehungsweise die Waldkraiburger völlig komplett auflaufen konnten, wollte verlieren. Jedes aber den Dreier, weshalb weiterhin wenig defensiv taktiert, sondern voll auf Angriff gespielt wurde. Knapp acht Minuten vor Spielende führte das erfolgreiche Nachsetzen der Klosterseer im Slot zum 3:2. Diese nochmals herausgerarbeitete Führung ließ man sich in der Restzeit nicht mehr abjagen.
EHC Klostersee: Philipp Hähl (Dominik Gräubig); Nicolai Quinlan, Bernd Rische, Yannick Kischer, Christian Hummer, Marinus Kritzenberger, Sebastian Sterr, Felix Kaller; Raphael Kaefer, Lynnden Pastachak, Philipp Quinlan, Florian Gaschke, Bob Wren, Florian Engel, Matthias Baumhackl, Vitus Gleixner, Gennaro Hördt, Simon Roeder.

EHC „Die Löwen“ Waldkraiburg: Christoph Lode (Kevin Yeingst); Thomas Rott, Philipp Seifert, Jan Loboba, Fabian Kanzelsberger, Tobias Beck, Daniel Schmidt, Alexander Kanzelsberger, Felix Lode; Christian Neuert, Michal Popelka, Sebastian Stanik, Leon Decker, Nico Vogl, Philipp Lode, Florian Brenninger, Christof Hradek, Patrick Zimmermann, Tim Ludwig, Johannes Hipetinger.

Torfolge: 1:0 (3:51) Raphael Kaefer (Bernd Rische, Nicolai Quinlan – 5:4); 2:0 (39:24) Lynnden Pastachak (Philipp Quinlan, Bob Wren); 2:1 (42:43) Christof Hradek; 2:2 (43:03) Christian Neuert (Sebastian Stanik); 3:2 (52:12) Lynnden Pastachak.

Strafminuten: EHC Klostersee 8; EHC „Die Löwen“ Waldkraiburg 8.

Hauptschiedsrichter: Michael Fischer und Michael Kees.

Zuschauer: 481.