Die sportliche Entscheidung fiel vor gut einem Monat. Durch den Gewinn der Bayerischen Meisterschaft in einer packenden Bayernliga-Finalserie gegen den TEV Miesbach hat sich der EHC Klostersee auf dem Eis das Aufstiegsrecht in die dritthöchste Spielklasse gesichert. Nun hat die erweitere Vorstandschaft der Grafinger Rot-Weißen entschieden, den Schritt zurück ins „langjährige Wohnzimmer“ zu wagen.

Getroffen wurde die Entscheidung nach vielen Gesprächen mit Unterstützern und Partnern, aber auch mit dem Team und Trainer Dominik Quinlan. „Die Truppe wird in weiten Teilen zusammenbleiben, ist heiß und will sich eine Ligastufe höher beweisen. Weiter auf die gewachsene Teamstruktur zu bauen war uns sehr wichtig und ist ein Bestandteil unseres Konzepts“, betonte Präsident Sascha Kaefer.

Man werde den Verein nicht aufs Spiel setzen oder gar an die Wand fahren, ergänzte der EHC-Boss: „Wir haben jetzt einen Etat gestemmt, mit dem wir uns alle das Abenteuer Oberliga zutrauen, der aber auch weiterhin eher einem Bayernliga-Budget entspricht und sich schon gar nicht an dem der meisten der künftigen Gegner orientiert.“
Auf dem Eis wolle man unabhängig von dieser finanziellen Unterlegenheit möglichst auf Augenhöhe dagegenhalten. Die Vorfreude auf viele altbekannte Weggefährten und Traditionsstandorte ist groß, insbesondere auf die Vergleiche mit den aus der DEL2 abgestiegenen Tölzer Löwen, dem SC Riessersee und natürlich die anstehenden Derbys gegen die Starbulls Rosenheim. „Die Oberliga Süd mit den inzwischen überwiegend vollprofessionell agierenden Gegnern ist für uns eine interessante Aufgabe und bestimmt große Herausforderung, die sich die Jungs durch eine unvergessliche letzte Saison erarbeitet haben“, erklärte Headcoach Quinlan.

Sportlich gesehen gehe man kein Risiko ein, sagt der Cheftrainer, der bereits mitten in der Zusammenstellung des Teams („Wir haben eine eingespielte Truppe mit vielen Einheimischen, da wird sich nur punktuell was ändern“) steckt: „Es kann eigentlich nichts passieren, wir haben nichts zu verlieren. Das schlimmste Szenario wäre der sofortige Wiederabstieg.“ Den Klassenerhalt freilich glaubt man bei den Grafingern im Kreuz zu haben. „Nur das kann unser Ziel sein und dafür brauchen wir weiterhin den Rückhalt und die Unterstützung der Fans und Zuschauer.“ Der Anhang werde sich dazu auch umstellen müssen, starke und attraktive Gegner wieder schätzen lernen anstatt des Luxus von vielen Siege in einer Saison.