Trotz Pfingstwoche und Urlaubszeit gehen die Personalplanungen beim EHC Klostersee für die Saison 2022/23 in der Oberliga Süd unbeirrt weiter. Mit Raphael Kaefer und Matthias Baumhackl haben dieser Tage zwei langjährige Stammkräfte aus der Offensiv-Abteilung verlängert. Während der älteste Präsidenten-Filius und ehemalige Nachwuchs-Nationalspieler auch im Talentschuppen ausschließlich für die Rot-Weißen auflief und den sogenannten „goldenen Jahrgängen“ der Grafinger angehört, schnürt Baumhackl seit sechs Jahren die Schlittschuhe für den EHC und entstammt ursprünglich dem benachbarten EHC München.
„Baumi spielt extrem hart, aber immer fair. Er ist sich für nichts zu schade und wirft, wenn es sein muss, auch mal die Handschuhe weg“, schätzt Cheftrainer Dominik Quinlan den seit etwa zwei Wochen 29-jährigen unermüdlichen Kämpfer und „Eishockey-Arbeiter“. Über die Nachwuchsabteilungen der Landsberg Riverkings und des ERSC Ottobrunn kam er nach dem freiwilligen Rückzug in die Bezirksliga zu den Klosterseern, machte damit alle drei Aufstiege in sechs Jahren mit und ist aus der Mannschaft nicht wegzudenken.
Ebenso wenig wie Raphael Kaefer, der als 16-jähriger vor über zwölf Jahren in der damaligen Oberliga-Truppe der Klosterseer debütierte und in dieser Zeit zur absoluten Team-Säule gereift ist. In der „Ewigenbestenliste“ aller seit der Vereinsgründung 1957 eingesetzten Spieler stehen aktuell 406 Pflichtspiele mit 471 Skorerpunkten zu Buche – nur noch vier Ehemalige (Florian Saller, Martin Sauter, Jimmy Quinlan und Petr Zajonc) stehen damit vor dem in der vergangenen Saison arg verletzungsgebeutelten Stürmer (Mittelfußbruch, Schulter, Gebiss). Mit 30 Partien kam er auf nur zwei Drittel des Pflichtprogramms, sammelte mit 20 Toren und 23 Assists dennoch 43 Skorerpunkte.
Unvergessen bleibt Kaefers genialer Unterzahl-Streich mit anschließendem Treffer gegen die Erding Gladiators in der Oberliga Süd im Jahr 2015, der unter anderem auf Youtube durch die Decke ging und innerhalb kurzer Zeit fast 100.000-mal angeschaut wurde. „Raphi spielt nun schon seit zwölf Jahren in unserer ersten Mannschaft. Er identifiziert sich zu hundert Prozent mit unserem Verein und ist darüber hinaus für das Team ein ganz, ganz wichtiger Führungsspieler“, betonte Headcoach Quinlan. Er sei sehr froh, zum Saisonstart wieder mit ihm rechnen zu können. Gleich nach Ende der meisterlichen Bayernliga-Spielrunde, dessen finale Wochen der Angreifer verletzt verpasst hatte, hatte er sich zwei Operationen unterzogen.